Greenpeace energy - Sauberer Strom für Ihr Zuhause



Dienstag, 29. Januar 2008

Helden der Vorstadt und die Transformation der organic society

Liebe Leser. Wie sie ja bereits in den vergangenen Tagen bemerkt haben, treten wir in unserer Berichterstattung etwas kürzer. Der Grund: Die Arbeit an einem neuen spannenden Projekt bindet derzeit all unsre Kräfte. Mehr wird im Augenblick nicht verraten. Wir werden Sie allerdings schleunigst über Neuigkeiten in eigener Sache informieren. Aber dafür muss Zeit bleiben: Männer ohne Nerven, Helden der Vorstadt, Spötter wider die Schwerkraft:



Achtung: Versuchen Sie keinesfalls, das Gesehene zu Hause nachzumachen. Das ist sehr gefährlich. Und wenn's denn schon sein muss - Helm auf, Sattel weg!

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Dienstag, 15. Januar 2008

Nie mehr Genfood?

Das hört man äußerst selten, aber dann umso lieber: Den jüngsten Vorschlag aus dem Verbraucherschutzministerium (BMEVL) finden tatsächlich alle gut - foodwatch, Greenpeace, die Biobranche und mit ihnen eine breite Allianz von Verbraucherschutz- und Umweltverbänden.

So sieht's aus
Da hat sich doch das Verbraucherschutzministerium endlich durch gerungen, ein neues Etikett auf Lebensmittelverpackungen einzuführen. Es soll künftig garantieren, dass drin ist, was drauf steht, nämlich kein Genfood. Sollte der Vorschlag vom Wochenende tatsächlich Gesetz werden, dann würde damit eine eklatante Lücke in Sachen Kennzeichnungspflicht geschlossen werden. Zwar mussten schon seit Jahren laut EU-Richtlinie Lebensmittel, die direkt Gen-Pflanzen enthalten wie etwa Dosenmais, mit dem Hinweis "gentechnisch verändert" gekennzeichnet werden. Fleisch oder Fisch von Tieren, die mit Genfutter aufgezogen wurden, brauchten allerdings nicht extra deklariert zu werden. Das geplante Etikett "Ohne Gentechnik" soll diese gefährliche Grauzone endlich schließen. Morgen befasst sich der Verbraucherausschuss des Bundestags mit dem Vorschlag aus dem Ministerium.

Schon den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sehen viele Bürger kritisch. Ohne es zu wissen, unterstützen sie jedoch den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft, denn sie kaufen Milch, Eier, Fleisch und weiterverarbeitete Lebensmittel von Tieren, die gentechnisch veränderte Futtermittel gefressen haben.

Trotz aller Unbedenklichkeitsbeteuerungen von Seiten der Industrie sind - so belegen viele Umfragen - nach wie vor drei Viertel aller Bundesbürger gegen Gentechnik im Essen. Mit dem Vorstoß aus dem Ministerium könnte dem Willen der Verbraucher zum einen wirksam Rechnung getragen werden. Außerdem kann man mit dem geplanten Label endlich über den Einkaufskorb Politik zu machen. Eine feine Sache!

Auch die Biobranche ist begeistert. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, sagt: "Lebensmittel aus ökologischem Landbau werden definitionsgemäß ohne Gentechnik erzeugt. Biobauern würden geschützt, wenn ihre konventionellen Nachbarn motiviert werden, ebenfalls ohne Gentechnik zu arbeiten."

Doch nicht alle sind laut Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace, von der Einführung des Labels in der geplanten Form begeistert. "Der Deutsche Raiffeisenverband und der BLL haben immer für überzogen strenge Kriterien gekämpft. Die Strategie der Verbände ist, dass möglichst wenig Lebensmittel diesen Aufdruck tragen. So soll der Eindruck entstehen, dass die Gentechnik eh schon in allen Lebensmitteln ist und der Siegeszug von Gen-Pflanzen sich nicht mehr aufhalten lässt."

Greenpeace hat deshalb schon vor Jahren einen Einkaufsratgeber (pdf, 683 KB) ins Netz gestellt. Wer sicher gehen will, dass nur Lebensmittel frei von Gentechnik in seinem Einkaufswagen landen, der sollte hier unbedingt mal reinschauen. Sollte das Etikett "Ohne Gentechnik" kommen, könnten sich die Umweltschützer diesen Verbraucherservice bald sparen.

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Sonntag, 13. Januar 2008

Anonym telefonieren - so geht's

Anonym telefonieren"Jeder hat ein Recht auf anonyme Kommunikation", so Patrick Breyer vom AK Vorratsdatenspeicherung. "Es ist selbstverständlich, dass man Menschen anspricht, ohne seinen Namen zu nennen, und Briefe versenden kann, ohne einen Absender anzugeben." Denkste. Genau dieses Recht haben die Bundesbürger qua Gesetz vom 1. Januar verwirkt. Wie berichtet lässt die Große Koalition neben den Kundendaten auch die Verbindungsdaten der gesamten Bevölkerung für jeweils ein halbes Jahr sammeln. Rund 30.000 Menschen haben inzwischen Anwalt beauftragt, Verfassungsbeschwerde gegen Totalüberwachung der Telekommunikation in Karlsruhe zu erheben. Doch es gibt Wege, weiterhin anonym und trotzdem total legal zu telefonieren. Geniale Lösung: die Handykarten-Tauschbörse.

Und so unbürokratisch kann man an der Tauschbörse mitmachen: einfach eine mit mindestens zehn Euro aufgeladene, freigeschaltete Prepaid-Handykarte zusammen mit Ihrer PIN und einem frankierten Rückumschlag an den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (Adresse: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Marcus Brauner, Hilgenborn 22, 34593 Knüllwald Remsfeld) schicken. Schon nach wenigen Tagen bekommt man dann eine andere, ebenfalls mit zehn Euro aufgeladene Handykarte samt Rufnummer und PIN-Code zurück geschickt.

So kann man völlig anonym telefonieren und auch der Arbeitskreis garantiert, dass er keinerlei Daten der Tauschpartner protokolliert. Der Tausch von Handykarten ist übrigens vollkommen legal. Die Verwendung getauschter Handykarten schützt vor Missbrauch der eigenen Daten, vor Datenpannen und vor der ausufernden Neugier des Staates: Laut Bundesnetzagentur rief der Staat im Jahr 2006 über drei Millionen mal Kundendaten der Telekommunikationsanbieter ab. Polizei, Zollfahndung, Geheimdienste, Finanzdienstleistungsaufsicht und Zoll haben sogar einen Online-Zugriff auf Name, Anschrift und Geburtsdatum der Rufnummerninhaber; über 1.000 Behörden sind Abfrage berechtigt.

Der AK Vorratsdatenspeicherung ist übrigens ein bundesweiter Zusammenschluss von Bürgerrechtlern, Datenschützern und Internet-Nutzern, der die Arbeit gegen die Vollprotokollierung der Telekommunikation koordiniert.

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Freitag, 11. Januar 2008

Schlappmaulorden für die Latex-Landrätin

Ganz still ist es um sie geworden und die CSU muss ja schon seit Ende November 007 - nach ihrem Parteiaustritt - auf sie verzichten. Die Rede ist von Frau Dr. Gabriele Pauli. Die Fürther Latex-Landrätin hatte die Partei mächtig aufgemischt und manche sehen Sie gar als Königsmörderin. Hat sie sich doch getraut, der allseits schwelenden Kritik am ewigen Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber eine Stimme zu geben. Aber man weiß ja, Undank ist der Welt Lohn. Stoiber trat ab, doch trotzdem war sie in der CSU hinterher unten durch und so blieb ihr eigentlich auch gar nichts anderes mehr übrig, als ihrer "politischen Heimat CSU" den Rücken zu kehren.



Aber sie hat noch Fans und zwar bei der Kitzinger Karnevalsgesellschaft. Die verleiht ihr den begehrten Schlappmaulorden. Kommenden Donnerstag wird ihr der Orden auf der ersten Prunksitzung im Kitzinger Dekanatszentrum an die Brust geheftet.

Und so begründet die Kikag in einer Pressemitteilung die Verleihung: "Gabriele Pauli erfüllt mit ihrer Beredsamkeit und ihrer Offenheit, die sie im Rahmen ihres politischen Wirkens nicht nur in der jüngeren Vergangenheit, sondern seit vielen Jahren unter Beweis stellt, auf vortreffliche Weise die Ansprüche, die die Verleihungsordnung an einen Schlappmaulordensträger oder eine Schlappmaulordensträgerin stellt”. Träger des Ordens kann laut Satzung nur werden, wer über eine vortrefflich lockere Zunge verfügt und ein schlagkräftiges Wort zu führen versteht. Pauli wäre damit Ordensträgerin Nummer 24 .

Und sie befindet sich in bester Gesellschaft. Frühere Preisträger sind so schillernde Figuren wie Gysi, Beckstein, Franz Maget, Altbundeskanzler Kohl, Gauweiler, Renate Schmidt, Hauser & Kienzle usw..

Na also Frau Dr. Pauli, klappt doch noch immer mit der Publicity. Wir gratulieren dem Schlappmaul!

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Frohe Kunde für alle "Hanswurschte"

Jahrelang hat der Mindelheimer Metzgermeister Josef Pointner unermüdlich experimentiert - gegen alle Widerstände aus der eigenen Zunft und trotz Hohn und Spott von Seiten der Lebensmittelbranche. Pointner hatte eine Vision: Leberkäs, Lyoner, Weißwürste & Co. sollten auch ohne 40-prozentigem Fettanteil gut schmecken. Immerhin hat er mit seiner Idee sofort die Wissenschaftler vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV begeistert und die Zusammenarbeit trägt endlich Früchte. Denn schon Anfang 2006 war es soweit: Der Fettanteil der Kalorienbomben konnte auf durchschnittlich zwei bis drei Prozent zurück gefahren werden. Das Problem blieb, einen Vertriebspartner für die leichte Innovation zu finden. Jetzt ist es geschafft. Gestern landete die Wurstlinie "VielLeicht" endlich bei EDEKA Südbayern in den Regalen. Eine frohe Kunde für alle Figur bewussten "Hanswurschte". "Sie ist wie ein Kind für mich. Ich habe sie auf die Welt gebracht", so der Metzger, räumt aber auch ein, dass die ersten Versuche "grausam" geschmeckt hatten.

Fettarme Wurst
Pontner: "Bierschinken, Leberkäse oder Weißwurst mit wenig Fett fehlten bisher auf dem Markt." Die Kunst war es, das Fett in der Wurst durch Proteine zu ersetzen. Damit das gelingt, müssen sich die Proteine des Fleisches stärker vernetzen, also ihre Struktur so auffalten, dass möglichst viel Wasser gebunden wird. ,Dreh- und Angelpunkt ist der Kutter, eine Schüssel, die um scharfe, rotierende Messer kreist. In ihr kommen die Zutaten zusammen: mageres Fleisch, Gewürze und Eis. Bei herkömmlichen Kuttern entstehen an den Messern Temperaturspitzen von bis zu 75 Grad Celsius. Das führt zu einer Denaturierung der Proteine. Sie bilden unerwünschte kleine Klümpchen im Brät und verlieren teilweise die Fähigkeit, Wasser zu binden", erklärt Dr. Peter Eisner vom IVV. Wurst ohne Fett blieb so immer Gummi artig und geschmacksarm.

In der institutseigenen Wurstküche wurde deshalb eine Reihe von Versuchen gefahren, um den idealen Fettgehalt und die richtige Konsistenz des Bräts zu erreichen. "Der Trick ist es, die Temperatur zu kontrollieren und Kuttermesser sowie Brät immer wieder zu kühlen. Dabei kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an: Nur einen Moment zu spät, dann werden die Messer heiß", verrät Dr. Eisner. Auf das Herstellungsverfahren halten Fraunhofer und Josef Pointner das Patent.

Und das wird sich bestimmt bald auszahlen. Knackige Wiener, saftige Bierschinken und Co. sind nämlich äußerst beliebt: Etwa 1,5 Mio Tonnen Wurstwaren essen die Deutschen pro Jahr. Zweidrittel davon sind Brüh- und Kochwürste. Bisher als fettarme Wurst verkaufte Waren enthalten immer noch bis zu 20 Prozent Fett. Selbst die ziemlich magere Geflügelwurst ist im Vergleich fetter. Projektleiter Eisner erklärt die Zusammensetzung der Fitnesswurst: "Wurst ist chemisch betrachtet eine Mischung aus einer Emulsion und einem Gel – fein verteiltes Fett und Wasser bilden die Emulsion, Wasser und Protein ein Gel. Metzger fügen üblicherweise Speck, Schwarten, Knorpel und vieles mehr dazu, um die gewünschte Konsistenz zu erhalten. Die für die Festigkeit der Wurst notwendigen Proteine stecken in den Fleischfasern."

Die Herausforderung für die Forscher war deshalb, trotz des fehlenden Fetts saftige Wurst mit knackig frischem Biss zu entwickeln, denn ohne Fett wird Wurst meist trocken und bröslig. »Wir verwenden ausschließlich Hinterschinken, der besonders reich an gesunden Proteinen ist und nur 2,5 bis drei Prozent Fett enthält. Das Fleisch wird im Kutter schonend zerfasert. Durch das neue Verfahren bleiben die wertvollen Proteine erhalten und bestimmen maßgebend Geschmack und Konsistenz der neuen Wurstprodukte. Die Herstellung ist effizient und kostengünstig," erklärt Eisner. Mehr wird allerdings nicht verraten. Professor Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft betont: "In der fettarmen Wurst steckt Fraunhofer-Know-how." Und das werden alle Wurstfans schon bald schmecken.

Und nicht nur das. Schützenhilfe bekommt die "VielLeicht"-Wurst zur Markteinführung auch von Hans Hauner, Professor für Ernährungsmedizin an der TU München. "Sie wird einen Beitrag zur gesunden Ernährung leisten", denn dem Professor zufolge sind in Deutschland die Übergewichtigen zur Zeit in der Überzahl. Bravo, auf zum nächsten Weißwurstfrühstück ohne Reue!

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Donnerstag, 10. Januar 2008

Mit Adolf Hitler im Bett

Augsburger aufgepasst: Haben Sie's gelesen heute in der Süddeutschen, Seite 10 "Ein Anruf bei"? Das Thema schien seit Tagen abgeschmackt, die SZ-Redakteure hatten aber trotzdem noch mal nachgefragt bei Dusan Zabunovic, dem Manager des Design Hotels Mister President in Belgrad. Der hatte unlängst die politisch-korrekte Weltpresse empört. Sein Hotel lockt nämlich internationale Gäste mit Suiten, die Staatsoberhäuptern gewidmet sind. In den 60 Zimmern des Hauses hängen protzige Ölgemälde von Staatenlenkern aus aller Welt und allen Zeiten. Neben George Washington, Margaret Thatcher, Fidel Castro oder Marschall Josip Broz Tito hat es sich der smarte Manager nun nicht nehmen lassen, auch Adolf Hitler in Öl die Ehre zu geben. Sein geschmackloser Werbegag hatte um den Jahreswechsel kurz hohe Wellen geschlagen.



Jetzt das: Man glaubt als Augsburger seinen Augen nicht zu trauen. Auf die perfide Frage des SZ-Reporters, welche Suite denn besonders gerne gebucht würde, antwortete Zabunovic wie erwartet doch nichtsdestoweniger eloquent: "Nach Tito ist Hitler am beliebtesten. In seinem Raum übernachten alle möglichen Leute, die einfach mal was Kurioses erleben wollen." Der Reporter hakt nach: "Zum Beispiel Neonazis?" Und jetzt kommt's: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Neonazis schon bei uns übernachtet hätten. Einer unserer ersten Gäste war eine Dame aus Augsburg. Sie wollte unbedingt mit Adolf Hitler im Bett fotografiert werden."

Hat man da noch Töne? Auch wenn Augsburg bisweilen noch immer der Ruch des verschlafenen Vororts irgendwo in Greater Munich anhaftet - den Augsburgern braucht keiner vorzuwerfen, den Finger nicht stets am Puls der Zeit zu haben. Und Humor haben sie auch!

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Mittwoch, 9. Januar 2008

Hillary flatuliert

Das Comeback von Ex-First-Lady Hillary Clinton im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur war für viele überraschend. Es ist kaum erklärlich, dass die Amerikaner der 60-Jährigen ihren mehr als unanständigen Auftritt bei der Debatte der demokratischen Kandidaten so mir nichts dir nichts verziehen haben.



Naja, flattern die Nerven, dann flattert's bei manchen eben auch hintenrum. Wie auch immer, die nächsten Wahlen finden am Dienstag in Michigan statt, die Präsidentenwahl selbst erst am 4. November. Hillary: "We're going to rallye on". Das kann ja noch heiter werden.

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Montag, 7. Januar 2008

Vorratsdatenspeicherung und andere Heldentaten

Dreikoenigstreffen der Muenchner CSUHohen Besuch hatte sich die Münchner CSU gestern zum traditionellen Dreikönigstreffen (wir berichteten) ins Haus geholt: Dr. Wolfgang Schäuble, seines Zeichens Innenminister und entschiedener Streiter für die präventive Total-Überwachung aller Bürger, war gekommen, um auch den Münchnern klar zu machen, dass es keine Alternativen gibt zu seiner Hochsicherheitsoffensive. Viel Überzeugungsarbeit war beim Publikum drinnen in der Alten Kongresshalle allerdings naturgemäß nicht zu leisten. Viele Granden wie etwa Dr. Peter Gauweiler und Dr. Hans-Peter Uhl (beide ehemalige Kreisverwaltungsreferenten in München) gaben sich die Ehre, und der Rest der Münchner CSU wurde von den drei Vorrednern und Gastgebern, CSU-OB-Kandidat Josef "Seppi" Schmid und CSU-Bezirkschef Dr. Otmar Bernhar und Johannes Singhammer mit markigen Worten aufs Thema eingeschworen.

Gegen Vorratsdatenspeicherung
Geduldig und beinahe regungslos hatte Dr. Schäuble den Ausführungen der drei gelauscht, hin und wieder huldvoll genickt und nach quälenden 45 Minuten endlich selbst das Mikro ergriffen. Doch dann die Enttäuschung. Es wurde nicht spannender. Kein Wort zur Kontroverse in Sachen Vorratsdatenspeicherung, nicht einmal ein Anflug von Reflexion zum Thema Grundrechte. Schäuble bemühte stattdessen noch wirklich die abgeschmacktesten Allgemeinplätze in Sachen Innerer Sicherheit, erntete dafür selbstverständlich tosenden Applaus des Publikums im Saal und dann kam's: Es hatten sich tatsächlich ein paar Gegner restriktiver Überwachungspolitik in die Halle geschlichen. Sie versuchten noch, ihre mit gebrachten Transparente zu entrollen und skandierten "Freiheit stirbt mit Sicherh . . ." - doch da waren schon die Saalordner, die den leisen Protest im Keim erstickten. Flugs wurden die Störenfriede nach draußen bugsiert, Personalien aufgenommen, dann durften sie sich wieder trollen - vor die Halle zu den anderen Demonstranten.

Und dort gab's wirklich eine Überraschung. Vor der Kongresshalle hatten sich immerhin fast 800 Bürger unter dem Gegen-Motto "Was zählt ist Freiheit" versammelt, um gegen die immer weiter gehenden Überwachungspläne des Innenministers und der schwarz-roten Regierung in Berlin zu demonstrieren. Redner vom AK Vorratsdatenspeicherung, Jimmy Schulz von der FDP, Jerzy Montag von den Grünen und Luca Zampetti vom Verein "Mehr Demokratie e.V." ergriffen das Wort - drinnen interessierte das niemanden.

Zitate Dreikönigstreffen der CSU:

Dr. Schäuble:
"Man muss zu jeder Zeit an jedem Ort in Deutschland sicher sein."
"Das ist die Doppelnatur des Menschen, dass wir alle biologisch in der Sünde verstrickt sind."
"Man muss den Menschen auch Grenzen setzen. Erziehung muss sein."
"Liebe Münchner, seien Sie lieber ein bißchen großzügiger im Einsatz von solchen Mitteln (Kameras)."
"Wir lassen nicht zu, dass ihr als Bullen beschimpft werdet."
"Die Gefahr geht nicht vom Staat aus. Wer was anderes sagt ist verrückt im wahrsten Sinne des Wortes."

Seppi Schmid:
"Welche politische Kraft kann so einen Saal füllen? Das kann nur die CSU München."
"Wir sind die Kompetenzträger in Sachen Sicherheit."
"Wir brauchen eine lückenlose Videoüberwachung im öffentlichen Personennahverkehr."

Johannes Singhammer:
"Hier wird noch Klartext geredet."

Otmar Bernhard:
"Ich begrüße Hans-Peter Uhl. Unvergessen seine Heldentat, die Abschiebung von Mehmet."
"Den Mutigen hilft Gott oder das politische Asyl in Bayern."

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Freitag, 4. Januar 2008

Wir überwachen Dich total, fallera . . .

Nun ist es ja so, dass das ZDF selten durch kritische Distanz zur Regierungspolitik auffällt, noch rarer ist der Witz im Zweiten. Nimmt man diese beiden Annahmen zusammen, dann haben sich die ZDF-Reporter vergangene Woche beinahe selbst übertroffen. Passend zur Beerdigung der Privatsphäre mit dem Jahreswechsel, der größten Verfassungsbeschwerde der Geschichte und der Debatte um Online-Durchsuchungen gibt's ein SEK-Neujahrsständchen unter Leitung von Maestro Dr. Wolfgang Schäuble.



Nicht gerade intellektuell, aber immerhin . . ..

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Mittwoch, 2. Januar 2008

Mörderische Schreibarbeit

37 Blogger sitzen weltweit in Haft, 21 wurden schon angegriffen und fast 2.700 Websites entweder gesperrt oder gleich vom Netz genommen. Nein, 2007 war kein gutes Jahr für Journalisten - online oder nicht. Reporter ohne Grenzen hat pünktlich zum Jahresbeginn Bilanz gezogen, wie es denn mit der Pressefreiheit in der Welt bestellt ist und das Ergebnis ist erschreckend. 2007 wurden so viele Journalisten rund um den Globus getötet bzw. verhaftet wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Reporter ohne Grenzen

"Berlin / Paris, 2. Januar 2008. Mindestens 86 Journalisten sind 2007 in 21Ländern während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Das ist der höchste Stand seit 1994. In rund 90 Prozent der Fälle sind die Verantwortlichen nicht oder nur eingeschränkt zur Rechenschaft gezogen worden. 67 Journalisten wurden in 15 Ländern entführt. 135 Journalisten waren zum Jahreswechsel hinter Gittern, mindestens 887 wurden im Laufe des vergangenen Jahres festgenommen.

Der Irak war mit 47 getöteten Journalisten und Medienmitarbeitern im fünften Jahr in Folge das gefährlichste Land für Medienleute. Bis auf einen russischen Reporter waren ausschließlich Iraker, die für lokale Medien arbeiteten, die Opfer.

Das weltweit zweitgefährlichste Land für Journalisten war Somalia, acht Journalisten verloren dort ihr Leben. Während ausländische Medien in Somalia kaum noch präsent sind, berichten einheimische Reporter unter großen Gefahren von den Kämpfen zwischen militanten Islamisten und den von Äthiopien unterstützten Regierungstruppen. Vier der acht Getöteten wurden gezielt ermordet. Zahlreiche Journalisten sind inzwischen aus dem Land geflohen.

In Pakistan starben sechs Journalisten, in Sri Lanka drei. In Eritrea kamen zwei Journalisten ums Leben; einer starb im Gefängnis, der andere auf der Flucht aus dem Land, das am Schluss der jährlichen Rangliste von Reporter ohne Grenzen steht.

In 2007 kamen 20 Medienmitarbeiter (Fahrer, Dolmetscher, Techniker, Sicherheitsleute) ums Leben, zwölf weniger als im Jahr zuvor.

Reporter ohne Grenzen zählt ausschließlich Todesfälle, die eindeutig mit der Berufsausübung im Verbindung stehen. Nicht erfasst sind Fälle, deren Zusammenhang noch nicht geklärt ist oder weil sie anderen Umständen (etwa Krankheit oder einem Autounfall) geschuldet waren.

China und Kuba sind weiterhin die größten Gefängnisse für Journalisten (33 bzw. 24 Inhaftierte). Es gab 887 Festnahmen in den vergangenen zwölf Monaten, die meisten in Pakistan (195), Kuba (55) und im Iran (54).

65 Internetdissidenten sind weltweit hinter Gittern, 50 in China, acht in Vietnam. In Ägypten wurde der Blogger Karem Ameer zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, u.a. weil er Präsident Mubarak kritisiert hatte.

Mindestens 67 Journalisten sind im vergangenen Jahr in 15 Ländern entführt worden; 25 allein im Irak. Zehn von ihnen wurden von ihren Kidnappern ermordet. Derzeit sind noch 14 Journalisten in der Gewalt ihrer Entführer, alle im Irak.

Die Zensur des Internets nahm vor allem in China, Burma und Syrien zu. Die Behörden sind bemüht, aus dem Internet ein Intranet zu machen, das ausschließlich zur Kommunikation innerhalb des Landes und für ausgewählte Benutzer dienen soll. So wurden in China rund um den 17. Kongress der Kommunistischen Partei im Oktober rund 2.500 Seiten, Blogs und Foren gesperrt. Syrien schloss zum Jahresende über 100 Seiten; die Militärs in Burma legten während des Aufstandes im September und Oktober E-Mail Verkehr und Internet-Zugang im Land komplett lahm.
"

Quelle: Reporter ohne Grenzen

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